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Ein Jahr ist seit dem Suizid meines Sohnes vergangen.
Ich zeichne den Weg auf, den ich in dieser Zeit gegangen bin – mit all meiner Trauer, meinen Gefühlen und persönlichen Begegnungen.
Es war ein Jahr voller Gegensätze. Ein Jahr der Tränen und völligen Verzweiflung, aber auch des Glücks und der unendlichen Dankbarkeit.
Ich erinnere mich an Michael, berichte über Erlebnisse und Hilfsangebote.
Vor allem aber erzähle ich von Menschen, die mich in meiner Trauer begleitet haben. Sie halfen mir, die schwerste Zeit meines Lebens besser bewältigen zu können.
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»Verzeiht mir, versucht mir irgendwann zu verzeihen, wenn Ihr es irgendwann könnt.«
Michael war 29 Jahre alt, als er sich das Leben nahm
Es war ein regnerischer Tag. Heute sage ich, der Himmel hat geweint an dem Tag, an dem mein Sohn nicht mehr leben wollte oder konnte.
Freitag, 8. Oktober 2004 Der Tag seines Suizids
Michaels Armbanduhr blieb um 9.13 Uhr stehen. Mein Sohn lebt nicht mehr.
9.13 Uhr Es ist die Zeit, in der ich mit meiner Bügelwäsche beschäftigt bin, so kann ich mich vage erinnern. Meine Schwiegermutter befindet sich gerade für einige Tage bei uns. Mein Mann ist in ihrer Wohnung beschäftigt, die renoviert werden soll. Um die Mittagszeit verlasse ich mein Zuhause, um dort selbst einige Handgriffe zu erledigen. Es muss zwischen 12.30 Uhr und 13.00 Uhr sein, als ich vor dem Haus mein Auto parken will.
Etwas wundere ich mich schon, als ich plötzlich unseren Freund auf mich zukommen sehe. Ich weiß noch, dass ich zu ihm sage: »Du musst dein Auto woanders abstellen, hier ist das Parken nur für Anwohner erlaubt.« Was will unser Freund bei der Wohnung meiner Schwiegermutter? Zum Nachdenken bleibt mir keine Zeit mehr. Ich steige aus, da ist auch schon unser Freund neben mir. Er packt mich und presst mich an die Hauswand, wohl wissend, dass ich bei dieser Nachricht den Boden unter den Füßen verlieren werde.
An den genauen Wortlaut kann ich mich nicht mehr erinnern. Ich glaube, er sagte: »Ich habe eine schreckliche Nachricht.« Mein erster Gedanke gilt meiner Schwiegertochter. Sie erwartet ein Baby und ich frage: »Ist irgendetwas mit Nathalie?« Für den Bruchteil einer Sekunde denke ich, ihr oder dem Kind wäre etwas zugestoßen.
»Nein«, sagt unser Freund. »Du musst jetzt stark sein.«
»Michael ist tot« Drei Worte, die mir heute noch in den Ohren hallen.
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